Samstag, 6. Juni 2015

Bargeldloses Zahlen


Wer Stadtleben kennt, der weißt auch, am Samstag steht man ewig Schlange. Und zwar nicht nur im Laden, sondern vor allem vor dem Bankautomaten. Alle wollen Bares, denn ´´nur Bares ist Wahres´´, das weißt schon ein Kind, als es sein erstes Taschengeld bekommt.

Die Diskussion um die Abschaffung der Barzahlungen dauert und ist in der letzten Zeit besonders hitzig. Allerdings nicht neu. Anbei eine kurze Zusammenfassung der Rede von Dr. Michael Kemmer aus dem Bargeldsymposium der Deutschen Bundesbank (IV.10.2012).



Bar zahlen sollte bequemer sein und schneller gehen. Besonders bei den kleinen Einkäufen drückt man lieber der Kassiererin paar Münzen in die Hand, statt mit der Karte zu zahlen. Sparsamer sollte es auch sein – man gibt ja nicht mehr aus, als das, was man besitzt. Frei fühlt man sich auch, wenn man über Bar verfügt. Barzahlungen sind anonym – sie benötigen keine Daten, die man vergleichen kann.

So viel zu den Bankkunden. Für die Banken sind die Barzahlungen vor allem aber teuer. Bargeldlogistik, IT-Infrastruktur – das kostet alles Geld. Rund 4 Mio. € müssen die Banken in Deutschland jährlich aufbringen, um das Bargeld ihren Kunden zur Verfügung zu stellen.

Sicher ist das Bargeld auch nicht, laut Banken. Was davon verloren geht, geht verloren und bleibt es für immer und, was Verzinsung angeht, ist es ein totes Kapital.



Die Banken wollen durch bequemere Zahlungsmittel den Trend zu dem Bargeldlosen Zahlen weiterhin vorantreiben. Die Regierung sieht in der Bargeldlosen Zukunft die Chance, das Schwarzgeld zu stoppen. Dem Verbraucher wird dafür seine Freiheit, selber zu bestimmen, wohin mein Geld fließt, deutlich eingeschränkt.


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